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Englisch verfügt über ein sehr reichhaltiges Vokabular. Gute Wörterbücher enthalten über 250.000 Wörter. Dies ist für jemand der Englisch als Fremdsprache lernt nicht gerade ermutigend. Ist es aber notwendig so viele Wörter zu lernen? Wer gut Englisch sprechen will, sollte schon über einen großen Wortschatz verfügen. Aber um sich verständlich zu machen, reicht aber schon eine wesentlich geringere Anzahl von Wörtern.

Zum Beispiel verwendet der Radionsender "Voice of America" ein vereinfachtes Englisch basierend auf 1500 Wörtern. Konrad Adenauer, erster Kanzler der BRD, benutzte in seiner politischen Praxis nachgewiesenermaßen ein Vokabular von nicht mehr als 800 Wörtern. Diese Vereinfachungen sind möglich, da es oft viele Wörter für einen Begriff gibt.

Charles Kay Ogden wählte die 850 für allgemeine Kommunikation wichtigsten englischen Wörter aus. Dies sind übrigens nicht unbedingt die am häufigsten verwendeten Wörter. Ogden versuchte auch mögliche Änderungen der Wortart einzuschränken. Im Englischen gibt es ja viele Wörter, die, bei gleicher Schreibweise, sowohl Substantiv, Verb oder anderes sein können. Ogden nannte diese Plansprache BASIC English (British, American Scientific International Commercial English). Dazu wählte er noch weitere Wortlisten für spezielle Gebiete.

Die Idee eines vereinfachten Englisch scheint auf dem ersten Blick sehr nützlich zu sein. So unterstützte z.B. Winston Churchill diese Idee. Allerdings gibt es einige Kritikpunkte.

Das Lernen von Vokabeln ist nicht unbedingt der schwierigste Teil des Sprachenlernens. Ogden tat nichts zur Vereinfachung der englischen Grammatik mit den vielen Ausnahmeregelungen. Dies ist allerdings auch kaum möglich. Es wäre dann sicherlich kein Englisch mehr. Wer z.B. die deutsche Sprache vereinfachen wollte müßte zuerst die Artikel vereinfachen. Aus "die Tür" wird dann vielleicht "das Tür". Aus dem Satz "Der Schlüssel gehört zu der Tür." wird dann "Das Schlüssel gehört zu dem Tür.".

Es wäre eine Vereinheitlichung von Rechtschreibung und Aussprache notwendig. Das Ziel eine einfache Sprache zu entwickeln würde konsequenter Weise eine vollkommen neue Sprache entstehen. Dafür gab es ja schon mehrere Versuche, z.B. Esperanto. Auch würde kein Muttersprachler ohne weiteres sein Wortschatz reduzieren können.

Trotz aller Kritikpunkte kann aber die Wortliste vom Basic Englisch nützlich sein. Dies betrifft nicht nur Englisch Lernende. In der internationalen Kommunikation kann nicht erwartet werden, dass jeder über ausreichende Englisch-Kenntnisse verfügt. Hier würde die bewußte Reduzierung auf die wichtigsten Wörter helfen.

http://www.basic-english.org


http://rowa.giso.de