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Eine frei verwendbare Unix-Grundlagenschulung mit muLinux

Zugriff auf Festplatten-Partitionen

Der Zugriff auf Festplatten-Partitionen erfolgt ähnlich wie beim Zugriff auf Disketten- und CD-ROM-Laufwerke. Der wesentliche Unterschied ist, daß auf Festplatten meist umfangreiche, zerstörbare Datenbestände gespeichert sind.

Warnung:

Wird z. B. der Befehl rm -r / vom Superuser ausgeführt, werden alle Verzeichnisse auf allen Festplatten und Partitionen gelöscht. Dieser Befehl ist wesentlich gründlicher als der Format-Befehl unter DOS. Format löscht nur eine Festplatte. rm -r / löscht alle Verzeichnisse im Hauptverzeichnis /. Da aber mehrere Laufwerke (auch von anderen Rechnern im Netz) bei Unix jeweils in Verzeichnisse eingebunden werden können, währe das Ergebnis fatal.

  • Mounte nur Festplatten-Partitionen wenn Bedarf dazu besteht!
  • Unmounte danach die Festplatten-Partitionen sofort wieder!
  • Wende nur genau bekannte Befehle an!
  • Greife nicht auf SCSI-Festplatten zu! muLinux unterstützt diese (noch) nicht.
  • Vorsicht ist auch bei Windows NT-Partitionen geboten!
  • Binde die Festplatten-Partitionen wenn möglich nur mit Lesezugriff ein (mount -r ...)

Wie heißen meine Festplatten-Partitionen?

Zunächst testen wir, welche Festplatten-Partitionen vom Kernel erkannt wurde. Dazu suchen wir in den Kernelmeldungen nach einer Zeile, die die Zeichen "hd" (hard disk) enthält:

/# dmesg | grep "hd"
hda: SAMSUNG SV0643A, 6149MB w/482 kB
hdc: LTN 362, ATAPI, CDROM drive
hda: hda1 hda2 hda3

Auf meinem Rechner gab der Kernel die obige Meldung aus. Die zweite Zeile mit hdc am Anfang kennzeichnet das CD-ROM-Laufwerk und ist in diesem Abschnitt nicht weiter interessant.

(E)IDE-Festplatten werden mit hd am Anfang gekennzeichnet. Ich habe also eine SAMSUNG SV0643A-Festplatte mit 6149 MByte. Diese Information zum Festplattentyp ist aber für die weitere Arbeit mit muLinux nicht weiter interessant.

Es beginnen also Festplatten am (E)IDE-Bus mit den Buchstaben hd. Die erste Festplatte wird mit hda bezeichnet, die zweite Festplatte mit hdb usw. SCSI-Festplatten beginnen dagegen mit sd. Danach folgen ebenfalls die Buchstaben a, b bzw. c.

Partitionen von Festplatten werden durch nachfolgende Nummer gekennzeichnet. hda1 kennzeichnet die erste Partition auf der ersten Platte. hdb3 kennzeichnet die dritte Partition auf der zweiten Platte. Die Anzahl der Partitionen können auch der Kernelmeldung entnommen werden. Im obigen Beispiel: hda: hda1 hda2 hda3. Genauere Informationen zeigt der Befehl fdisk mit der Option -l (list). Bitte diesen Befehl hier nur mit der Option -l verwenden (Datenverlust möglich)!

/# fdisk -l
   Device  Boot  Begin  Start  End     Block  Id  System
/dev/hda1            1      1    2    16033+  83  Linux native
/dev/hda2            3      3   15   104422+  82  Linux swap
/dev/hda3    *      16     16  784  6176992+  83  Linux native
hdc : tray open or drive not ready
hdc : tray open or drive not ready
[Strg] [C]
/# _

Die Angaben zu hdc CD-ROM interessieren hier nicht. Befindet sich keine CD im Laufwerk versucht muLinux trotzdem Informationen darüber zu erhalten. Wir unterbrechen diese Neugier mit [Strg] [C].

In diesem Beispiel hat das das erste (E)IDE-Laufwerk drei Partitionen (hda1, hda2 und hda3). Von hda3 wird gebootet (*). Es werden die Start- und Endzylinder angegeben sowie die Anzahl der Blöcke. Die letzten Spalten geben den Typ des Dateisystems an. Hier Linux native (Id=83) und Linux swap (Id=82).

Wer seinen Rechner kennt, wird mit diesen Angaben schon was anfangen können. Interessant ist in diesem Beispiel nur hda3. Es ist die größte Partition, wahrscheinlich die root-Partition /. Die Swap-Partition dürfte nicht sinnvoll zum Mounten sein. hda1 ist sehr klein und enthält sicher /boot.

Mounten einer Festplatten-Partitionen

Wir wollen hier als Beispiel hda3 nach /c mounten. Wer eine andere Partition mounten will, gibt einfach seine gewünschte Partition an.

/# mount -r /dev/hda3 /c
/# _

Mit  ls /c  sehen wir den Inhalt dieser Partition.

Unmounten einer Festplatten-Partitionen

/# umount /c
/# _

Weitere Konfigurationsmöglichkeiten

Standbymodus für Festplatten bei Laptops

Um Strom zu sparen, können die Festplatten automatisch in einen Standby-Modus gebracht werden.

/# setup -f standby
Do you want set standby (spindown)?: Y

Lesen von Windows NT-Dateisystemen

muLinux ermöglicht das Lesen des NTFS-Dateisystems. Das schreiben wird nicht unterstützt. So lassen sich Festplatten von Windows NT lesen.

/# setup -f ntfs


Do you want WinNT filesystem (read only) support?: Y

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