[Zurück] [Home] [Weiter]       http://rowa.giso.de  

Eine frei verwendbare Unix-Grundlagenschulung mit muLinux

Die ersten Befehle

Das Anmelden (Einloggen)

Nach dem Hochfahren des Rechner erscheint die Aufforderung zum Anmelden.

mulinux login: _

Die Paßwort-Abfrage paßte wohl nicht mehr auf die Diskette. So können wir uns nun als root (Superuser) einloggen und haben damit volle Befehlsgewalt über den Rechner.

mulinux login: root

Es erscheint der Prompt zur Befehlseingabe.

/# _

Immer wenn dieser Prompt erscheint, können wir Unix-Befehle eingeben. Wer schon mit DOS gearbeitet hat, wird hier viel Vertrautes wiederfinden. In der Tat hat Microsoft damals eine alte Version des Betriebsystem CP/M86 von der Firma Digital Research aufgekauft, mit einigen Unix-Funktionen versehen und es als DOS verkauft.

Befehlseingabe

Gegenüber DOS sind die Befehle von Unix wesentlich leistungsfähiger aber auch komplexer. Allerdings hat sich die Syntax dieser Befehle seit fast 20 Jahren kaum verändert. Diese Beständigkeit in der Bedienung gibt es bei keinem anderen Betriebsystem! Ich denke diese Unix-Befehle werden auch noch in 20 Jahren existieren. Man kann auch alle Computer mit Unix-Betriebsystem (Linux, BSD, Solaris, NeXT, SCO, BeOS, ...) damit bedienen. Wer, jedesmal wenn er Windows neu booten muß , einen Unix-Befehl lernt, ist bald Unix-Systemadministrator.

Sicherlich sind grafische Oberflächen angenehmer. Allerdings können damit komplexe Betriebsysteme nicht vollkommen bedient werden. Wenn die grafische Oberfläche mal nicht funktioniert, muß man auf Unix-Befehle zurückgreifen können. Bei Unix kann man sich über Netz in einem anderen Rechner einloggen und dort Unix-Befehle eingeben (Fernwartung). Eine grafische Oberfläche steht dabei nicht zur Verfügung. Also bringt das Wissen um diese Befehle viele Vorteile.

Angespornt durch diese Zeilen wollen wir nun auch unsere erste Befehlszeile eingeben. Bei unserem ersten Date mit Unix tippen wir date ein:

/# date Enter

Die große Taste heißt Enter-Taste. Jede Befehlseingabe wird mit dieser Taste abgeschlossen.

Der Befehle date zeigt das aktuelle Datum und die Uhrzeit an. Unix unterscheidet zwischen Groß- und Kleinschreibung. Windows 9x/NT kann das ja nicht. Ein falsch eingegebener Befehl wird übrigens mit not found quittiert.

Hier ein weiterer Befehl:

/# dmesg

Dieser Befehl gibt die Kernelmeldungen aus. Sicherlich sind diese Meldungen am Anfang sehr verwirrend. Es geht hier momentan noch nicht um deren Inhalt. Wichtig ist, daß wir wissen, wie wir oben aus dem Bildschirm gerollte Informationen wieder sichtbar machen können.

Die meisten Unix-Befehle oder Programme kann man mit der Tastenkombination [Strg] [C] abbrechen, mit der Tastenkombination [Strg] [L] den Bildschirm neu aufbauen (wenn er durch andere Programme zerstört wurde).

Bildschirmscrollen

Um den Bildschirminhalt wieder zurückzurollen drücken wir die Tasten [Shift] und [Bild auf .

[Shift] ist die Shift-Taste und ist die Umschalttaste für Groß- und Kleinschreibung. Sie befindet sich links auf der Tastatur über der Taste [Strg]. [Bild auf befindet sich im "Sechserblock" über den Cursortasten.

Die Tasten [Shift] [Bild ab] scrollen zum Ende zurück.

Wiederholter Aufruf von Befehlen

Die Eingabe der Befehle ist mitunter sehr aufwendig. Es wurden daher einige Hilfsmittel eingebaut, die einen diese Arbeit erleichtern. Wollen wir einen Befehl noch mals aufrufen, brauchen wir diesen nicht noch mals eingeben. Wir wollen jetzt noch mal wissen wie spät es ist.

Dazu drücken wir die [Cursor-Nach-Oben-Taste] solange, bis der Befehl date wieder erscheint. Danach drücken wir Enter und der Befehl wird noch mals ausgeführt.

Die Taste [Curser-Nach-Unten-Taste läßt uns in der Befehlsreihenfolge nach unten gelangen.
Die Tasten [Cursor-Nach-Links] und [Cursor-Nach-Rechts] werden zum Editieren von Befehlen verwendet. So können wir Tippfehler korrigieren.
Zeichen können einfach eingefügt bzw. mit der Taste [Backspace] (Backspace)gelöscht werden.

Befehle mit Befehlsmodus

Einige Befehle besitzen einen Befehlsmodus. Bevor dieser nicht verlassen wird, können keine Unix-Befehle eingegeben werden. Ein Beispiel dafür ist bc.

bc ruft einen Taschenrechnermodus auf. Das Promptzeichen ändert sich danach und wir können rechnen, z. B. 4+5 oder 9*10.

/# bc
> 4+5
9
> 9*10
90
>

Der Taschenrechnermodus wird mit dem gleichzeitigen Drücken der Taste [Strg] und der Taste [d] beendet.

> [Strg] [d]
/# _

Wechsel zwischen den Konsolen (Terminals)

Was ist aber wenn wir einen Befehl eingeben wollen während ein anderer Befehl noch aktiv ist? Linux bietet das Umschalten zwischen mehreren Konsolen (Terminals). Grundlage dafür ist die Multiuserfähigkeit von Unix. Wir geben folgende Tastenkombination ein:

[Alt] [F2]

[Alt] ist die Taste links neben der langen Leertaste. [F2] ist die zweite Taste in der Reihe der Funktionstasten ganz oben.
Mit diesen beiden Tasten wechselt man zur zweiten Konsole. Dort müssen wir uns erst mit root einloggen, um Unix-Befehle eingeben zu können. Probieren wir wieder den Taschenrechner-Befehl:

/# bc
> 12/3
4

Zur ersten Konsole gelangen wir mit folgender Kombination.

[Alt] [F1]

Hier können wir uns z. B. wieder das Datum anzeigen lassen, während auf der 2. Konsole noch der Taschenrechner läuft.

/# date

muLinux bietet normalerweise 6 Konsolen, die über die folgenden Tastenkombinationen angesprochen werden:

[Alt] [F1]    ...    [Alt] [F6]

Abmelden (logout)

Zum Beenden der Arbeit an einem Terminal muß folgender Befehl eingegeben werden:

/# exit

Alternativ kann auch die Tastenkombination [Strg] [d] verwendet werden.

[Zurück] [Home] [Weiter]